Rasse
Portrait
Wesen-Gesundheit-Erziehung

Der weisse Tausendsasser mit dem goldenen Herzen
Der Berger Blanc Suisse, auch Weisser Schweizer Schäferhund genannt, ist mehr als nur ein Blickfang. Diese Rasse vereint Intelligenz, Eleganz und Vielseitigkeit zu einem beeindruckenden Gesamtpaket. Der Berger Blanc Suisse ist ein vielseitiger und freundlicher Hund, der sich gut in verschiedene Lebenssituationen einfügt, sofern seine Bedürfnisse nach Bewegung, geistiger Anregung und sozialer Interaktion erfüllt werden. Aktive Menschen, die gerne in der Natur unterwegs sind, finden in ihm einen idealen Begleiter für Wanderungen oder andere sportliche Aktivitäten und Abenteuer.
Aussehen und Physiologie
Optisch besticht der Berger Blanc Suisse durch sein kräftiges, harmonisches und elegantes Erscheinungsbild. Er ist ein mittelgrosser Hund mit Stehohren in Form eines länglichen Dreiecks, das oben leicht abgerundet ist. Sein markantestes Merkmal ist natürlich das reinweisse, dichte Fell, das stockhaarig oder langstockhaarig sein kann.
Von den Proportionen her gesehen, weist der Berger Blanc Suisse ein gestrecktes, rechteckiges Format auf. Wichtig zu erwähnen ist die horizontale Rückenlinie. Er hat ein ausgewogenes und elegantes Erscheinungsbild. Der Hals ist mittellang und gut bemuskelt, der Kopf kräftig und fein modelliert. Die Augen sind mittelgross und mandelförmig. Ihre Farbe variiert von hell- bis dunkelbraun. Die Rute ist buschig behaart, tief angesetzt und reicht mindestens bis zum Sprunggelenk.
Hinsichtlich der Grösse und des Gewichts gibt es klare Richtlinien: Rüden haben eine Widerristhöhe von 58 bis 66 cm und wiegen etwa 30 bis 40 kg, Hündinnen eine Widerristhöhe von 53 bis 61 cm und ein Gewicht von etwa 25 bis 35 kg.
Geschichte & Herkunft
Die Wurzeln des Berger Blanc Suisse gehen auf die in den 1880er-Jahren in Deutschland gezüchteten Schäferhunde zurück. Die Farbe Weiss wurde 1933 aus dem Rassestandard des Deutschen Schäferhundes gestrichen, was zur Folge hatte, dass weisse Schäferhunde in Europa selten wurden. Einige waren jedoch in die USA und nach Kanada exportiert worden, wo sie eine neue Zuchtbasis bildeten. In den 1970er-Jahren kehrte die Rasse nach Europa zurück, zunächst in die Schweiz. Der 1966 geborene Rüde «Lobo» wurde von Agatha Burch aus den USA mitgebracht. Er gilt als Stammvater der Rasse in der Schweiz. Durch Verpaarungen mit diesem in der Schweiz registrierten Rüden und weiteren Importhunden aus den USA und Kanada wurde der Berger Blanc Suisse nach und nach in ganz Europa verbreitet und weiter gezüchtet. Im Jahr 1991 anerkannte die Schweizerische Kynologische Gesellschaft SKG die Rasse national. Die internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte am 1. Januar 2003. Die Tatsache, dass die Schweiz als erstes Land acht voneinander unabhängige Zuchtlinien nachweisen konnte, führte auch dazu, dass sie als Ursprungsland des Weissen Schäferhundes in den Standard eingetragen wurde.

Das Wesen
Der Berger Blanc Suisse ist für sein ausgeglichenes und freundliches Wesen bekannt. Gegenüber Menschen und anderen Tieren verhält er sich sehr sozial, Ängstlichkeit oder unangemessene Aggressivität sind ihm fremd. Seine Intelligenz und sein Wunsch zu gefallen machen ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter für Familien, Einzelpersonen und sogar als Arbeitshund. Er ist wachsam, aber nicht übermässig bellfreudig, was ihn zu einem guten Wächter, aber nicht zu einem unangenehmen Nachbarn macht.
Trotz seines ausgeglichenen Naturells und seiner vielen Vorzüge darf man nicht vergessen, dass der Berger Blanc Suisse ein aktiver und energiegeladener Hund ist. Er benötigt angemessene körperliche und geistige Auslastung, um glücklich und gesund zu bleiben. Ausgedehnte Spaziergänge, abwechslungsreiche Spiele und anspruchsvolle Trainingseinheiten sollten deshalb zu seinem täglichen Leben gehören.

Pflege & Gesundheit
Das dichte, doppellagige Haarkleid des Weißen Schweizer Schäferhundes besteht aus einem wetterfesten Deckhaar und einer feinen, schützenden Unterwolle. Diese Fellstruktur erfordert eine konsequente, aber einfache Pflege.
Bürsten: Zwei- bis dreimal pro Woche, während des Fellwechsels täglich. Das regelmäßige Ausbürsten entfernt lose Haare und beugt Verfilzungen vor.
Baden: Nur bei starker Verschmutzung, etwa alle zwei bis drei Monate, unter Verwendung eines milden, pH-neutralen Hundeshampoos.
Pfoten- und Krallenpflege: Regelmäßige Kontrolle auf Risse, Fremdkörper und Krallenlänge.
Ohren und Zähne: Wöchentliche Kontrolle und Reinigung. Zahnpflege beugt Zahnsteinbildung und Mundgeruch vor.
Ein gepflegtes Fell trägt wesentlich zur Hautgesundheit und zum allgemeinen Wohlbefinden des Hundes bei.
Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein aktiver Hund mit hohem Energiebedarf. Eine ausgewogene und hochwertige Ernährung ist Voraussetzung für Vitalität, glänzendes Fell und stabile Gelenke.
Grundsätze der Fütterung:
Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil (mind. 60 %) und moderatem Fettgehalt.
Ergänzend frisches Gemüse, hochwertige Öle und Mineralstoffe.
Auf ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium, Phosphor und Omega-3-Fettsäuren achten.
Futterumstellungen stets langsam vornehmen, um Magen-Darm-Problemen vorzubeugen.
Idealgewicht:
Rüden: 30–40 kg
Hündinnen: 25–35 kg
Eine gut erkennbare Taille und leicht tastbare Rippen sind Anzeichen eines gesunden Körperzustands.

Training & Erziehung
Der Berger Blanc Suisse zeichnet sich durch seine Intelligenz, Loyalität und Vielseitigkeit aus. Diese Eigenschaften machen ihn bei entsprechender Erziehung und Ausbildung zu einem idealen Begleiter. Wichtig ist eine umfassende Sozialisierung vom Welpenalter an. Der Kontakt mit verschiedenen Menschen, Tieren und Umgebungen fördert die Anpassungsfähigkeit des Hundes und legt den Grundstein für ein ausgeglichenes Wesen.
Ein weiterer entscheidender Faktor bei der Erziehung ist die Konsistenz bei der Erteilung von Anweisungen und in der Durchsetzung von Regeln. Inkonsequentes Verhalten des Halters kann zu Verwirrung beim Hund und in der Folge zu problematischem Verhalten führen. Daher ist es ratsam, klare Kommandos zu verwenden und diese konsequent durchzusetzen. Positive Verstärkung spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch den Einsatz von Belohnungen wie Leckerlis oder verbalem Lob kann erwünschtes Verhalten effektiv gefördert werden. Strafen hingegen sollten vermieden werden, da sie oft kontraproduktiv sind und das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter:in belasten können. Natürlich gibt es auch Herausforderungen in der Erziehung: Der Berger Blanc Suisse neigt dazu, eine sehr enge Bindung zu seinem Besitzer aufzubauen. Trennungsangst kann die Folge sein, wenn nicht frühzeitig kurze Trennungsphasen geübt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Berger Blanc Suisse ein wunderbarer Begleiter für aktive und engagierte Hundehalter:innen ist. Mit einer liebevollen und konsequenten Erziehung wird der Berger Blanc Suisse nicht nur ein gehorsamer und zuverlässiger Begleiter, sondern auch ein geliebtes Familienmitglied sein.